ls4 anflug

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis unsere LS 4 vor der Kulisse der weltberühmten Abteikirche des Klosters Neresheim in EDPA zum Anflug ansetzen konnte. Vom 15. August 2010, an dem wir den Flieger in segelflug.de erblickten bis zum Abnahmeflug am 16. Mai 2011 waren es exakt 9 Monate und 1 Tag, die wir mit Spannung, Ungeduld und mancherlei Frustrationen auf unseren Flieger warten mussten. Eine Zeitspanne, in der sonst ganz andere "Dinge" das Licht der Welt erblicken ...

Dabei schien alles zunächst ganz einfach: Der Flieger war Ende 1987 direkt von LS nach Bulgarien geliefert worden, um der dortigen Nationalmannschaft für Wettbewerbe zur Verfügung zu stehen. Aufgrund des Zusammenbruchs des damaligen Ostblocks Anfang der 90er Jahre war dann aber wohl recht schnell Schluss mit dem "staatlich geförderten" Fliegen. Die Flugzeuge wurden an private Interessenten versteigert, in unserem Fall wohl an eine Pilotin, welche die LS 4 zuvor schon in Wettbewerben geflogen hatte. Der letzte Eintrag im Bordbuch datiert vom 15.11.1998.  Leider kamen die "General Aviation" und der Sportflug in Bulgarien bis zum heutigen Tag nicht mehr "auf die Beine", so dass das Flugzeug seit 1998 abgebaut im Hänger in irgendeiner Halle gestanden hat und schließlich Anfang 2010 nach Deutschland zurückgebracht wurde, um dort wieder gecheckt, flugbereit gemacht und zugelassen zu werden. Mit nur 380 Stunden und 180 Starts war der Flieger quasi noch "neu", so dass wir schnell unser Interesse bekundeten - ein Bordbuch in kyrillischer Schrift hat schließlich auch nicht jeder:

ls4 bordbuch

Bei einer Fremdkörperkontrolle stießen wir noch auf eine weitere Erinnerung an die alte Heimat unserer LS-4, eine kleine 10-Stotinki-Münze, die im Flieger sicher schon einige Jahre gelegen und bestimmt auch mehrere Flüge mitgemacht hatte:

 stotinki

Wir wollten beim Erwerb noch eine Bugkupplung und ein Spornrad einbauen lassen. Diese und alle weiteren Arbeiten für die Zulassung sollte der LTB übernehmen, der das Flugzeug im Halterauftrag verkaufen wollte. Man ging wohl mit erheblichem Elan und vielen guten Vorsätzen ans Werk, aus den ursprünglich avisierten zweieinhalb Monaten wurden dann schließlich die erwähnten neun Monate. Besonders frustrierend für uns war, dass am zunächst anberaumten Abholtermin, dem 20. April 2011, noch ein Riss in einer Querruder-Schubstange entdeckt wurde, so dass wir unsere 450-km-Heimreise ohne Hänger und Flugzeug antreten mussten.

Inzwischen waren wir schon einige Stunden in der Luft und haben mindestens dieselbe Zeitspanne am Boden für Umbauten und Neueinbauten aufgewandt. Die hierfür verwendeten Verfahren sind so individuell wie es eben persönliche Vorlieben und Geschmäcker nunmal sind. Wenn wir hier über unsere Lösungen berichten, dann keinesfalls in missionarischen Eifer, sondern einfach, um unsere Ideen anderen zugänglich zu machen. Man muss ja das Rad nicht immer neu erfinden - genau wie auch wir so manche Anregung gerne im persönlichen Gespräch oder hier im Web aufgegriffen haben. Im Übrigen spiegeln die einzelnen Beiträge gewisse Veränderungen wider, die im Lauf der Zeit aus unseren Erfahrungen oder auch aus technischen Verbesserungen entstanden sind.

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