Bei den eingebauten Matco-Bremsen musste man sich wohl keine Gedanken wegen eines möglichen Überschlags machen, andererseits war die Bremswirkung aber auch so schwach, dass trotz hoher aufgewendeter Kräfte kaum eine Wirkung spürbar wurde. Die Betätigung über die Fersen war zudem recht umständlich, so dass bald der Wunsch nach neuen und besseren Bremsen aufkam.

bremse 

Hinzu kam schließlich noch, dass die Renegade über keine Feststellbremse verfügte. Beim Abstellen auf abschüssigen Flächen musste man entweder einen freundlichen Helfer parat haben oder aber recht schnell aus dem Flieger kommen. So reifte sehr schnell der Entschluss, Räder und Bremsen zu ersetzen und dabei die wohl nicht ganz billigen aber qualitativ hochwertigen und insbesondere leichten Produkte der Firma Beringer zu verwenden. Es dauerte einige eMails, bis das Angebot ausgehandelt war und die Lieferung ihren Weg aus Frankreich zu uns fand (nicht abgebildet sind die beiden 6-Zoll-Räder):

beringer

In der Bildmitte liegen die beiden Bremszylinder mit den Vorratsbehältern, darunter die Feststellbremse. Das lange rote Teil rechts daneben ist ein Bremskraftregulator. Rechts unten liegen die Bremszangen und darüber die neuen Achsen, wobei die kurzen Achsstücke spezielle Anfertigungen für die Renegade sind.

Genau diese kurzen Achsstücke galt es an die Renegade anzupassen. Dazu wurde das Fahrwerk zerlegt und die unteren Knotenbleche als Bohrschablonen verwendet:

bremse1

Beim Zusammenbau wurde aber recht schnell das französische "savoir vivre" deutlich: Die Bremszangen haben an einer Seite sauber gefräste Sitze - allerdings werden sie eben nicht mit diesem Sitz an den Achsflansch montiert sondern mit der gegenüberliegenden Seite, welche durch die kräftige Anfasung eine wesentlich kleinere Auflagefläche hat.

Wenn man - wie im Handbuch vorgeschrieben - den Abstandshalter auf die Achse steckt und dann das Rad anbringt, dann ist der Abstand zwischen Achsflansch und Bremsscheibe zu groß. Man muss vielmehr erst das Rad auf die Achse schieben,  dann den Abstandshalter anbringen und dann die Mutter aufschrauben. Sieht etwas komisch aus...

bremse2

Von Beringer wurden aber beide ungewöhnlich anmutenden Methoden explizit bestätigt! Und da der Zusammenbau anders auch gar nicht funktioniert, haben wir diesen schlussendlich auch so vorgenommen.

bremse3

Da wir mit den Beringer-Bremszylindern von Fersen- auf Fußspitzenbremsen umrüsten mussten, hatten wir uns zwischenzeitlich an die Neukonstruktion der Pedale gemacht. Die Zeichnungen musste Daniel fertigen und nach diesen ließen wir die Teile fräsen und schweißen.

Hier sind die erhaltenen Teile etwas weiter bearbeitet, so dass man den späteren Aufbau bereits erkennen kann:

pedale 1 

Einige Arbeitsschritte, Zeit und Aufwand später: Die Pedale sind lackiert, zusammengebaut und mit den Bremszylindern versehen:

pedale 2

Als nächstes wurden der Bremskraftregler und die Feststellbremse eingebaut:

bremskraftregler

feststellbremse

Dann ging es an die Fertigung der Bremsleitungen. Geliefert worden waren Banjo-Anschlüsse (Ring-Anschlüsse) und 6m mit einem Edelstahlgeflecht ummantelte Bremsleitung. Das Konfektionieren der Anschlüsse ist eigentlich nicht schwer, aber eine ungemein lästige und unangenehme Aufgabe: Das Stahlgeflecht muss aufgedröselt werden, um eine kleine Messing-Olive auf den darunter liegenden Kunststoffschlauch (die eigentliche Bremsleitung) schieben zu können und bei dieser Arbeit sticht man sich immer wieder einzelne Edelstahldrähte in die Fingerkuppen, die dann noch tagelang schmerzen. Da das aufgeweitete Geflecht länger wird als die eigentliche Bremsleitung, muss es vor dem Zusammenschrauben sorgfältig gekürzt werden, da sonst überstehende Drähte ins Gewinde gelangen und dieses nachhaltig blockieren können.

bremsleitungen

Hat man diese Arbeit überstanden, kann man daran gehen, die einzelnen Baugruppen miteinander zu verbinden.

bremsanlage

Leider waren die Alurohre der Pedale den auftretenden Kräften beim Bremsen nicht gewachsen, so dass wir wieder einmal umdisponierten und die Pedale aus Edelstahlrohren schweißen ließen:

pedale v2a

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