dusk zadar

Sonnenuntergang in Zadar

B wie Balkan und Budapest

Nach je zweimaligen Trips auf den Balkan und die iberische Halbinsel wollten wir diesmal ein neues Ziel angehen und nach England fliegen. Dabei hatten wir schon im Vorfeld ein etwas flaues Gefühl im Magen ob des dort im September doch recht unbeständigen Wetters. Unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich prompt: Als der Abflugtermin anstand, zog eine Front nach der anderen über die britische Insel und Nordfrankreich hinweg, so dass wir kurz entschlossen in wärmere und meteorologisch stabilere Gebiete umplanten und doch wieder auf den Balkan flogen. Dort lockte ein stabiles Hoch, außerdem hatten wir die Gegend fliegerisch in bester Erinnerung.

alpen

Unser erstes Leg führte uns – wie vor fünf Jahren bereits – über Zell am See und die Großglocknerstraße nach Nikolsdorf. Dieser „Umweg“ ist nötig, da eine Nord-Süd-Querung des Nationalparks „Hohe Tauern“ nur entlang eines Korridors an der Großglockner Hochalpenstrasse oder etwas weiter westlich entlang der Felbertauern-Straße legal möglich ist. Von Nikolsdorf aus ging es das Drau- und das Gailtal weiter nach Osten zum Grenzüberflugpunkt NIPEL südlich von Villach. Von Wien INFO waren wir bereits nach Lubljana INFO weitergegeben worden und hatten auch schon die Frequenz gerastet. An diesem herrlichen Sonntag war jedoch so viel los auf der Frequenz, dass wir keine Möglichkeit fanden, uns zu melden. Plötzlich rief uns der Controller und gab uns gleich frei zum Anflugpunkt PE1 von Portoroz. Auf der dortigen Towerfrequenz war genau so viel los, mit uns flogen noch drei weitere Maschinen an und zwei kamen uns auf ihrem Ausflug entgegen. Die Sicht war nicht besonders gut, aber durch häufige Positionsmeldungen und Absprachen untereinander erreichten alle wohlbehalten den Flugplatz.

app portoroz

Der Marshaller dort hatte es seit unserem letzten Besuch vom Mofa auf ein „Follow-Me-Quad“ gebracht und führte uns zu unserer Parkposition, wo wir samt Gepäck von einem elektrischen Golfwagen abgeholt und die wenigen Meter übers Vorfeld gefahren wurden. In der Empfangshalle gab es für alle Piloten aus einer mit Jet-A1 beschrifteten Flaschen einen hochprozentigen Begrüßungstrunk. Portoroz genießt aber nicht nur deshalb einen hervorragenden Ruf unter den Fliegern!

porto follow me

Beim Abendessen am Strand diskutierten wir die weitere Route. Nach den teilweise langen Legs unseres letztjährigen Flugs nach Lissabon wollten wir es diesmal etwas geruhsamer angehen lassen und wählten Zadar, an dem wir seither immer nur vorbeigeflogen waren, als nächstes Etappenziel. Bei der Flugplanaufgabe über das AIS-Portal der DFS verweigerte das Webformular unsere Route entlang der in der Karte veröffentlichten VFR-Strecke: UMAG, POREC, PLOMIN, CRES und all die weiteren Punkte wurden einfach nicht akzeptiert. Erst als ich stattdessen kurz und bündig den Namen der VFR-Route ADRIA1 eintrug, war alles in bester Ordnung.

cockpit

Beim Weiterflug am nächsten Morgen nannte uns Portoroz TWR den Squak und unsere Flughöhe von 2000 ft und verabschiedete uns nach Pula RDR. Der Lotse dort ließ uns jeden Punkt der ADRIA1-Route melden und wies immer wieder darauf hin: „Maintain 2000 ft“ Das war für uns nun gar nicht lustig: Beim Überqueren der istrischen Halbinsel zwischen POREC und PLOMIN kommt man dem Gelände schon sehr nah und selbst auf den kurzen Strecken über Wasser würde diese Höhe nicht immer ausreichen, um Land zu erreichen. Das Schlimmste war aber der starke Wind, der uns in dieser Höhe gewaltig durchschaukelte. Erst ab CRES durften wir höher und genossen dann einen deutlich ruhigeren Flug über die kroatische Inselwelt. Zadar APP beließ uns in unserer komfortablen Höhe und von der ADRIA1-Route aus konnten wir über dem NDB SAL Richtung Nordost direkt ins lange Endteil auf die 04 einbiegen. Das war trotz des böigen Querwinds für uns ganz angenehm, weil am Ende der 04 gleich der Abstellplatz für die allgemeine Luftfahrt ist. Dort hieß es, wir mögen bitte auf den Einweiser warten, der etwas verzögert erschien und uns unseren Platz zuwies. Sein spätes Eintreffen erklärte er damit, dass sie nichts von unserer Ankunft gewusst hätten. Offensichtlich war der Flugplan nicht bis nach Zadar vorgedrungen – was aber, bis auf die kurze Verzögerung auf dem Vorfeld, offensichtlich für niemand ein Problem war.

app zadar

Zu unserer Ankunftszeit war auf dem Flughafen aber auch überhaupt nichts los. Nach dem Versorgen unserer D-EPUZ brachte uns der Vorfeld-Mann ins menschenleere Terminal und verabschiedete sich dann. Wir standen dort jedoch vor der geschlossenen und versperrten Passkontrolle, wo auch nach mehreren Minuten niemand von uns Notiz nahm. Da die Absperrung nur aus einer einfachen Schranke bestand, schoben wir unser Gepäck drunter durch und kletterten einfach drüber. Selbst der dabei ausgelöste Alarm rief niemand auf den Plan und wir setzten uns erst einmal ins spärlich besetzte Flughafencafe, um das weitere Vorgehen zu beraten. Unsere Zimmer hatten wir schon am Vorabend von Portoroz aus gebucht und auf den Flughafen-Shuttlebus hätten wir bis zum Eintreffen der nächsten Maschine noch gut zwei Stunden warten müssen. So entschlossen wir uns, ein Taxi zu nehmen, das uns zu unseren „Marco-Polo-Rooms“ brachte.

zadar city

Diese lagen erfreulich zentral am Kanal, der die neue Stadt von der Altstadt trennt und an der über diesen Kanal führenden Brücke, so das wir uns gleich auf Erkundungstour in die Altstadt machten. Diese lädt zum gemütlichen Bummeln ein, hat archäologisch einiges zu bieten und bietet unzählige Möglichkeiten zum Abendessen. Das Eindrucksvollste, das Zadar zu bieten hat, ist der Sonnenuntergang, den man vom nordwestlichen Ende der Uferpromenade aus beobachtet. Schon Alfred Hitchcock schwärmte von ihn und auch wir waren von einem herrlichen Sonnenuntergang am Abend unseres Besuchs beeindruckt, den wir zusammen mit den ostinaten und doch ständig wechselnden Akkorden der dortigen Meeresorgel erleben konnten. Diese Meeresorgel ist ein System aus 35 Pfeifen, welche durch die Wellenbewegungen des Meeres mit Luft versorgt werden und die sich über 70 Meter der Uferpromenade erstreckt. Ist das letzte Licht der untergehenden Sonne erloschen, dann zieht einen der Gruß an die Sonne in seinen Bann. Einige Meter neben der Meeresorgel hat derselbe Architekt Nikola Basic diesen „Gruß“ aus dreihundert mehrschichtigen Glasplatten geschaffen, die auf der gleichen Ebene mit der steingepflasterten Uferpromenade kreisförmig angeordnet sind. In den Glasplatten sind Solarzellen eingebaut, welche tagsüber die Sonnenenergie auffangen und diese nach dem Einbrechen der Dunkelheit als polarlicht-ähnliche, faszinierende Lichtspiele hunderter eingebauter bunter Leuchtdioden wieder ausstrahlen. Erwachsene stehen begeistert um den Kreis und Kinder rennen über die Glasplatten den Lichteffekten hinterher. Im Internet gibt es unzählige Videos über die Meeresorgel und den Gruß an die Sonne – man sollte jedoch tatsächlich beides selbst bei Sonnenuntergang erlebt haben!

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Unser Flug ging am nächsten Tag weiter nach Dubrovnik. Für den Rückweg zum Flughafen nahmen wir den Shuttlebus, der am Kanal auf der Altstadtseite abfährt und ließen uns von ihm für 25 Kuna (etwa 3 Euro) pro Person zum rund 7 Kilometer entfernten Flugplatz bringen. Die Formalitäten dort waren schnell erledigt und unsere Tanks noch reichlich gefüllt, so dass wir bald wieder in unserer EPUZ saßen. Trotz des heftigen Südostwinds, zu dem besser die 14 gepasst hätte, wies uns der Tower die 22 an. Dieser Seitenwindstart war nun weniger ein Problem für uns als die angewiesenen 1500 ft Flughöhe, wo es uns auf der Fortsetzung der ADRIA1-Route erneut heftig durchschaukelte. Auf der Frequenz von Split RDR war allerdings einiges los und daher das Beharren des Controllers auf unserem Low-Level-Schüttelflug einigermaßen verständlich. Erst an der Interception TIKSA durften wir auf deutlich angenehmere 3000 ft steigen.

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Dubrovnik APP ließ uns parallel zur Centerline der 12 weit draußen auf dem Meer anfliegen. Hinter einer anfliegenden 737 sollten wir dann auf die Centerline einschwenken und zügig landen. Vor deren Wirbelschleppen hatten wir etwas Respekt und flogen beharrlich über dem Gleitpfad des Airliners, doch die Lieblingsvokabel des Towerlotsen war „expedite“.

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Einer DHC-8 400 der Croatia Airlines, die währenddessen auf dem Weg zum Rollhalt war, wurde ein Sofortstart angeboten und nach unserem „beschleunigten“ Verlassen der Bahn erhielt sie die Startfreigabe, während sich draußen auf dem Endteil schon der nächste Airliner meldete. Der Vorfeldmann meinte nur lapidar, es sei gerade „rush-hour“ und wir sollten mit dem Tanken besser bis zum Abflug warten. Er brachte uns ins Terminal, wo uns der Strom der anderen Passagiere in die Eingangshalle spülte.

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Vor dem Ticketschalter des Shuttlebusses stellten wir uns in die Schlange, kauften unsere Fahrkarten für die Hin- und Rückfahrt für 70 Kuna (etwa 9€) pro Person und verstauten uns samt Gepäck im schon wartenden Bus. Bis nach Dubrovnik sind es gut 20 Kilometer und während der Fahrt kann man bereits tolle Blicke auf Dubrovnik und die Küste erhaschen. Der Shuttlebus hält an der Altstadt in der Nähe der Seilbahn und am Busbahnhof im neuen Hafen. Unsere gebuchten Appartements lagen genau dazwischen und der Busfahrer meinte, wir sollen bis zum Endhalt mitfahren. Von dort war es uns dann aber doch zu weit, um mit unserem Gepäck und in der Hitze zu laufen, so dass wir noch ein Taxi zur „Villa Laus“ nahmen. Diese Unterkunft erwies sich als hervorragende Wahl: Eine neue Ferienwohnung mit drei Schlafzimmern und allem Komfort! Die Besitzerin wies uns umfassend in alles ein und versorgte uns mit hilfreichen Tipps, was wir während unseres kurzen Aufenthalts alles besichtigen sollten. Selbst eine Empfehlung samt Gutschein für ein Lokal fürs Abendessen hatte sie für uns parat.

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So versorgt machten wir uns zu Fuß auf Richtung Altstadt und hatten diese auch nach 15 Minuten erreicht. Zuerst wollten wir uns einen Überblick verschaffen und ließen uns von der Seilbahn auf den 412 Meter hohen Hausberg Srd bringen. Auf den Terrassen des dortigen Panoramarestaurants genossen wir einen erfrischenden Salat nebst einem wirklich atemberaubenden Blick über viele Kilometer Adriaküste bis hinunter zum Flughafen, an welchem inzwischen der Verkehr merklich nachgelassen hatte. Immer wieder fiel unser Blick jedoch auf die imposante Altstadt, die von mächtigen Türmen und einer dicken, geschlossenen Stadtmauer umgeben ist. Dort herrschte nach wie vor ein reges Treiben und wir beschlossen, uns nach der Abfahrt ebenfalls in den Trubel zu stürzen. Unsere Zimmerwirtin hatte uns zum Gang über die Stadtmauer geraten und uns den südlichen, weniger frequentierten der beiden Eingänge genannt.

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Ihrem Rat folgend schlenderten wir kurz darauf über die knapp zwei Kilometer lange Stadtmauer und hatten tolle Blicke über die Dächer der Altstadt, Kirchtürme, in enge Gassen, zauberhafte Dachgärten und hinunter ans Meer, das gegen den felsigen Strand brandet. Inzwischen war es Abend geworden und der Hunger meldete sich wieder. Wir folgten dem Tipp unserer Zimmerwirtin bezüglich des Restaurants und genossen ein wirklich vorzügliches Abendessen außerhalb des Trubels der Altstadt in der milden Abendluft.

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Am nächsten Morgen ließen wir uns samt Gepäck vom Taxi zur Haltestelle des Shuttlebusses direkt an der Talstation der Seilbahn bringen. Eigentlich wollten wir nach Pecs in Ungarn fliegen, um die dortige Altstadt zu besichtigen. Der Anruf am Vorabend ergab aber, dass Pecs mindestens 24 Stunden Vorlaufzeit braucht, um den Zoll zu organisieren. So verschoben wir Pecs auf einen unserer nächsten Trips und planten den Flug zum Balaton-Airport nach Sarmellek, der ohne Voranmeldung als Einreiseflughafen genutzt werden kann.

Zeitlich waren wir früh genug dran, so dass wir uns auf dem Flughafen Dubrovnik zuerst ein Frühstück gönnten und den Flug nochmals durchplanten. Danach meldeten wir uns an einem Info-Schalter, worauf uns der Handling-Agent abholte, uns durch die Schleuse begleitete und uns zuerst zum Büro zum Bezahlen und dann zu unserem Flugzeug brachte. Das Tanken ging nun rasch vonstatten, bald saßen wir wieder in unserer DA40 und erhielten die Clearance: „Cleared to destination via flightplan-route; after take-off turn left, follow mountain-line in max. 1000 ft GND to MADOS.“ Am Rollhalt 12 warteten wir auf eine anfliegende DHC der Croatia Airlines im kurzen Endteil. Die schob jedoch plötzlich die Leistungshebel wieder nach vorne und startete durch. Nun waren wir an der Reihe und flogen unsere Route wie vorgegeben zum Grenzüberflugpunkt MADOS, dort verabschiedete man uns nach Banja Luka INFO. Natürlich bekamen wir noch keinen Kontakt, deshalb beschlossen wir, erst mal kräftig zu steigen und flogen dann, wie schon fünf Jahre zuvor, ostwärts durch die Bergwelt Bosnien-Herzegowinas in Richtung Sarajewo. Während damals aber Sarajewo unser Ziel war, flogen wir diesmal gleich weiter auf der damaligen Route Richtung Ungarn.

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Nach Bosnien-Herzegowina überfliegt man nochmals einen Streifen kroatischen Luftraums, in welchem uns Osijek APP begleitete. Am Überflugpunkt BAREB nahm uns dann Budapest INFO in Empfang und geleitete uns zum Balaton-Airport in Sarmellek. Es war insgesamt ein sehr ruhiger Flug, fast schien es uns, als seien wir zu dieser Zeit allein in der Luft. Diesmal spielte auch das Wetter mit, so dass wir nun unser Ziel tatsächlich erreichten.

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Auch in Sarmellek war überhaupt nichts los: Die Passkontrolle war schnell erledigt und weil wir für unseren Weiterflug vorsorglich etwas Zeit eingeplant hatten, setzten wir uns in das menschenleere Terminal. Für den aktuellen Tag war überhaupt kein planmäßiger Flug vorgesehen, so verwunderte es uns auch nicht, dass nicht einmal das Flughafenbistro geöffnet hatte. Nach dem Wiederstart in Sarmellek meldete Budapest INFO, dass wir unsere geplante Route bis zum VOR SVR fliegen könnten. Dann müsste man mal weitersehen, weil ein militärisches Beschränkungsgebiet auf unserem Kurs noch aktiv sei. Als wir uns über SVR meldeten bekamen wir ein Heading von 090 Grad, dieses flogen wir knapp 10 Minuten. Dann meinte der Lotse, dass das Beschränkungsgebiet nicht mehr aktiv sei und wir direkt nach Tököl fliegen könnten. Offenbar ist auch dem ungarischen Militär der Feierabend wichtig und um 16 Uhr Ortszeit werden die Kriegsspiele beendet. Uns war’s recht, wir landeten kurze Zeit später auf der 14 von Tököl.

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Der Flugplatz von Tököl ist eine ehemalige Militärbasis mit 2500 m Asphaltpiste knapp 20 km südöstlich von Budapest. Wir hatten schon mit dem Gedanken gespielt, den internationalen Flughafen Budapest-Ferihegi anzufliegen, nahmen aber davon Abstand, nachdem wir Pireps gelesen hatten, die von Landegebühren von einigen Hundert Euro berichteten und stattdessen Tököl als Landeplatz für die allgemeine Luftfahrt empfahlen. Diese Empfehlung können wir uneingeschränkt weitergeben: Das Ambiente des Flugplatzes ist zwar noch deutlich militärisch geprägt, die teilweise verfallenen Gebäude erstrahlen in lebensfrohem Grau, aber die Menschen dort sind ungemein freundlich und hilfsbereit: Ein junger Mitarbeiter der dortigen Werft half uns tatkräftig, unsere EPUZ auf den vorgesehenen Abstellplatz zu schieben und er empfahl uns das „Airport Szálló“ für unsere Übernachtung.

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Etwa 700 m südlich vom Parkplatz unseres Flugzeugs und noch auf dem ehemaligen Militärgelände gelegen fanden wir das gemütliche Hotel mit großen, modern eingerichteten Zimmern zu wirklich moderaten Preisen. Im zugehörigen Restaurant lässt es sich vorzüglich speisen und während unseres Abendessens im Freien vor dem Hoteleingang planten wir den nächsten Tag, den Mittwoch. Dieser sollte flugfrei und der Besichtigung von Budapest vorbehalten sein. Wir recherchierten im Internet, dass unweit des Hotels die Haltestelle einer S-Bahn ist, die Richtung Budapest fährt und an deren Endhaltestelle man in die Straßenbahn umsteigen muss, welche einen schließlich bis ins Zentrum der ungarischen Hauptstadt bringt. Für die Fahrten kann man ein günstiges Budapest-Ticket erwerben, das 24 Stunden auf allen Nahverkehrsmitteln gültig ist.

Da wir noch keine ungarischen Forint getauscht hatten, waren wir froh, dass der Fahrkartenautomat Heiners Kreditkarte akzeptierte und uns die beiden Tickets ausdruckte. Der Fahrkartenkontrolleur im Zug wollte noch 300 Forint (entsprechend 1€) pro Person nachkassieren, weil wir aus den Außenbezirken in den Gültigkeitsbereich unserer Fahrkarte einfuhren. Da wir aber noch keine Forint hatten und er unsere angebotenen Euros nicht akzeptieren wollte, war es ihm schließlich egal und wir durften ohne Nachzahlung mitfahren. An der Endhaltestelle der S-Bahn ließen wir uns vom Strom der anderen Fahrgäste zur Straßenbahn mittreiben und fuhren mit ihr ins Zentrum von Budapest zur Kettenbrücke.

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Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg, zunächst über die Kettenbrücke zum Stadtteil Buda und dort auf den Burgberg. Dort ließen wir uns ein wenig von den Touristenströmen mittreiben, schlenderten allein durch abseits gelegene Gassen, wanderten zurück in den Stadtteil Pest zum Mittagessen in einem der vielen und gut besuchten Straßenrestaurants und nutzten schließlich noch unser Tagesticket, indem wir wahllos in eine Linie der Oberleitungsbusse stiegen und eine Stadtrundfahrt bis hinaus in die Außenbezirke machten. Vom Bummeln und Busfahren müde geworden, fuhren wir am Nachmittag mit Straßen- und S-Bahn wieder zurück zum Hotel.

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Beim Abendessen stand die Planung unserer weiteren Reise auf dem Programm. Da die Wettervorhersage eine von Westen herannahende Kaltfront im Programm hatte, wollten wir noch in den östlichsten Zipfel Deutschlands bis nach Vilshofen kommen. Wir planten unsere Route um das militärische Beschränkungsgebiet von Papa im Norden herum zum Grenzpunkt ARSIN und weiter über das VOR Freistadt (FRE) nach Vilshofen und hofften, bei frühzeitigem Start noch rechtzeitig vor der Front in Vilshofen zu sein. Sollte das nicht gelingen, wäre Linz unser Alternate.

Am letzten Morgen unserer Reise verstauten wir unser Gepäck in der EPUZ, füllten deren Tanks und machten sie startklar. Kurze Zeit später hoben wir auf der 32 Richtung Österreich ab. In den NOTAMS war von der zeitweiligen Aktivierung militärischer Gebiete nördlich von Papa die Rede gewesen und ich sprach den Lotsen von Budapest INFO darauf an. Er meinte nur, wir sollten „direct Papa“ fliegen und gab uns an den dortigen militärischen Kollegen weiter. In Papa war bis auf die Landung einer Militärmaschine überhaupt nichts los und wir flogen über Papa und ARSIN über die flache und etwas eintönige ungarische Landschaft hinweg nach Österreich ein. Auf diesem Teil unseres Flugs hatten wir gegen einen relativ kräftigen Wind anzufliegen, der als Vorbote der herannahenden Front unsere Groundspeed teilweise auf unter 80 kt drückte.

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Dafür war die Landschaft nun wieder abwechslungsreicher geworden. Wir überflogen die Berge des Mostviertels und erreichen die Donau bei Ybbs. Wien INFO hatte unseren Durchflug durch die Area von Linz bereits organisiert, so dass wir auf geradem Weg Richtung Passau weiterfliegen konnten. Von dort aus riefen wir Vilshofen, wo wir nach einem knapp dreistündigen Flug die Räder auf die 12 setzten.

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Beim Zurückrollen sagte der Flugleiter, wir sollen nicht erschrecken, der Zoll warte schon auf uns. Das war nun, bei einem Flug innerhalb des Schengen-Raums, schon außergewöhnlich. Wir machten uns aber keine weiteren Gedanken. In der Tat wollten die beiden Beamten nur unsere Pässe sehen und schrieben deren Daten fein säuberlich auf eine Liste. Ihre Frage nach mitgebrachten Drogen mussten wir leider verneinen, boten aber an, dass wir bei einem entsprechenden Bedarf ihrerseits gerne behilflich gewesen wären. In dieser lockeren Atmosphäre verabschiedeten sich die beiden, während wir unsere Landegebühr bezahlten und im Restaurant bei einem erfrischenden Getränk die Wettersituation sondierten.

Die Front stand noch deutlich westlich von Aalen-Elchingen und schien sich auch kaum ostwärts zu verlagern. Inzwischen hatten wir bereits Stallgeruch wahrgenommen und beschlossen, vollends den Heimweg anzutreten. Da die Beschränkungsgebiete bei Ingolstadt nicht aktiv waren, konnten wir auf direktem Weg unseren Heimatplatz EDPA anfliegen und noch lang vor dem Eintreffen der Front auf der 27 landen.

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Portoroz: Taxi zum Hotel 18€, Hotel 68€ inkl. Frühstück, Landung, 1 Nacht parken und Transfer vom Hotel zum Flughafen 45€, Tanken 1,20€/Liter

Zadar: Taxi zum Hotel 16€, Hotel 41€ (ohne Frühstück), Shuttlebus zum Flughafen 3€, Landung, Handling und 1 Nacht parken 56€

Dubrovnik: Shuttlebus hin und zurück 9€, Taxi vom Bus zum Hotel 10€ pro Weg, Ferienwohnung 100€ (ohne Frühstück), Landung, Handling 1 und Nacht parken 53€, Tanken 1€/Liter

Sarmellek: Landung 25,40€ Tököl: Hotel 30€ inkl. Frühstück, Budapest-Ticket 6€, Landung und 2 Nächte parken 26€, Tanken 1,75€/Liter

Vilshofen: Landung 12€

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